Entgegennehmen oder ablehnen? Darf ich als Pflegekraft Geschenke annehmen?

Gerade in der Weihnachtszeit oder zu besonderen Anlässen möchten sich Bewohner von Pflegeeinrichtungen oder Patienten in Krankenhäusern bei den Pflegekräften bedanken. Das ist auch eigentlich eine nette Geste, jedoch ist es nicht immer erlaubt. Wir klären auf, welche Geschenke Du als Pflegekraft annehmen darfst und welche lieber nicht.

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Geschenke für Pflegekräfte

Als Pflegekraft bringt Dir Dein Beruf gleich noch mehr Freude, wenn Du eine gute Beziehung zu Deinen Patienten oder deren Angehörigen aufgebaut hast. Meist wird Dir dann auch die schönste Belohnung zuteil – Ein Lächeln, einige lobende Worte oder aber kleine Geschenke als nette Aufmerksamkeit und Dank für Deine tolle Arbeit als Pflegekraft.

Besonders zur Weihnachtszeit oder zu bestimmten Anlässen nimmt die Anzahl der Geschenke, die Patienten den Pflegekräften machen, stark zu.

Eigentlich eine nette Geste, aber…

Grundsätzlich spricht nichts gegen kleine Aufmerksamkeiten von Patienten, jedoch müssen sich diese in einem bestimmten Rahmen abspielen. Unterschieden werden muss hierbei zwischen einem größeren Geschenk und einer kleinen Aufmerksamkeit. Handelt es sich beispielsweise um selbstgebastelte Dinge, fällt dies eher in die Kategorie einer Aufmerksamkeit und kann problemlos von Dir als Pflegekraft entgegengenommen werden.

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Vorsicht bei größeren Geschenken oder Einladungen!

Anders hingegen sieht es bei größeren Geschenken oder Einladungen von Patienten aus. Diese Geschenke, wie etwa ein 50 Euro-Schein oder die Einladung zu einem gemeinsamen Essen auf Kosten des Patienten (oder dessen Angehörigen), müssen von Dir direkt strikt abgelehnt werden. Außerdem solltest Du das Angebot unverzüglich Deinem Arbeitgeber mitteilen. Es gibt keine genaue Grenze, ab wann ein Geschenk als Aufmerksamkeit zu sehen ist, oder umgekehrt. Im Einzelfall gilt es abzuwägen, ob ein meldepflichtiges Angebot oder eine kleine nette Geste vorliegt. Die Ausnahme gilt dann, wenn Dein Arbeitgeber der Geschenkannahme zustimmt (§ 3 Abs. 2 TVöD).

Warum ist das Annehmen von Geschenken problematisch?

Grundsätzlich solltest Du die Annahme von größeren Geschenken aus zwei Gründen am besten unterlassen. Zum einen kann durch die Geschenke schnell der Eindruck entstehen, dass Du als Pflegekraft etwas manipuliert wirst. Eventuell bekommen dies andere Pflegekräfte oder Patienten von der Übergabe des Geschenkes etwas mit. Anschließend steht dann schnell die Vermutung im Raum, dass Du Dich diesem Patienten besonders zuwendest und andere Patienten hingegen vernachlässigst.

Zum anderen wurde gerichtlich festgelegt, dass die Übergabe von Geschenken eine korrekte Dienstausübung der Pflegekräfte gefährdet. Außerdem haben Patienten einen Rechtsanspruch auf die Arbeit der Pflegekräfte, weshalb die private Vergütung grundsätzlich verboten ist. Die Nicht-Annahme von Schmiergeld oder sonstigen Provisionen stellt eine gesetzliche Nebenpflicht des Arbeitnehmers dar und ist daher auch einzuhalten.

Diese Geschenke darfst Du als Pflegekraft ohne Probleme annehmen

Wie bereits beschrieben, darfst Du als Pflegekraft kleine Aufmerksamkeiten annehmen. Dazu gehören etwa Dinge, die den Rahmen sozial üblicher Dankbarkeits- oder Höflichkeitsgesten fallen. Oder andersrum: Wenn die Zurückweisung einer netten Geste als unhöflich erscheint, so dürfen diese von Dir angenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel selbstgebackene Kekse, selbstgebastelte Dinge oder Ähnliches.


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