Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung Inklusion: eine Gesellschaft für uns alle

Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung – ein äußerst wichtiges Ereignis, wie wir von mega3 finden. Bei uns erfährst du mehr über die Hintergründe des “Feiertages” und das Thema Inklusion.

Gesundheit ist das Wichtigste im Leben. Eine Tatsache, die manchen erst bewusst wird, wenn sie mit dem Gegenteil konfrontiert werden. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung hatten im Jahr 2019 rund 7,9 Millionen Menschen in Deutschland eine schwere Behinderung. Umso wichtiger ist es, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Behinderungen Unterstützung und Hilfe finden. Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist Inklusion. Bevor wir uns ansehen, was Inklusion genau bedeutet und welche Konzepte es für Schulen und Kindergärten gibt, werfen wir erst einmal einen Blick auf den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung.

Was hat es mit dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung auf sich?

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung findet nicht zum ersten Mal statt. Bereits 1992 wurde der 3. Dezember von den Vereinten Nationen auserkoren, um auf die Rechte und Würde von Menschen mit einer Behinderung aufmerksam zu machen. Bei uns in Deutschland gibt es eine Reihe unterschiedlicher Verbände sowie Institutionen, die sich für Inklusion stark machen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Aktion Mensch
  • der Deutsche Behindertenrat
  • der Sozialverband VdK
  • Sozialhelden
  • sowie der Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen

Apropos Inklusion: Sehen wir uns doch einmal an, woher der Begriff eigentlich kommt und was die Definition genau umfasst.

Inklusion bedeutet “Einschluss” und soll für mehr Chancengleichheit sorgen. © Shutterstock, Olesia Bilkei
Gleiche Chancen für alle: Das ist einer der Ansätze eines inklusiven Konzepts. © Shutterstock, Olesia Bilkei

Was bedeutet Inklusion genau?

Die Wortherkunft des Wortes Inklusion ist lateinisch. Die Bedeutung des Wortes lässt sich mit “Einschluss” übersetzen. Das Gegenteil hierzu bildet “Exklusion”, das übersetzt “Ausschluss” heißt. Inklusion wird besonders im Soziologie- und Pädagogikbereich verwendet. In diesem Zusammenhang wird der Begriff benutzt, um Gruppen zu beschreiben, die heterogen sind, also zum Beispiel aus Kindern mit und ohne Behinderungen bestehen.

Wo ist Inklusion gesetzlich verankert?

Inklusion ist nicht nur eine Richtlinie oder ein Ansatz, sondern ein Recht. Seit dem Jahr 1994 besagt das Grundgesetz, dass “niemand […] wegen seiner Behinderung benachteiligt werden” darf. Ein weiteres wichtiges Regelwerk stellen außerdem die UN-Konventionen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen dar. Deutschland gehörte zu den ersten Ländern, die die Konventionen am 30 März 2007 unterzeichneten. Die Definition des Begriffs Behinderung umfasst in den UN-Konventionen dabei körperliche, geistige und seelische Beeinträchtigungen, aber auch Hürden, die infrastrukturell und gesellschaftlich gemacht sind.

Mit der Unterzeichnung der Konventionen verpflichteten sich die Staaten zum einen, das Diskriminierungsverbot anzuerkennen. Dieses besagt, dass Menschen unter anderem nicht wegen ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, Religionszugehörigkeit und eben auch nicht aufgrund einer Behinderung diskriminiert und anders behandelt werden dürfen. Das Verbot ist so wichtig, weil es eine rechtliche Basis für Chancengleichheit schafft. Damit wird ermöglicht, dass Menschen mit einer Behinderung selbstbestimmt am Leben teilnehmen können.

Neben dem Diskriminierungsverbot enthält die UN-Konvention Vorgaben, mit deren Hilfe es Gleichberechtigung für Menschen mit einer Behinderung geben soll. Dazu gehört unter anderem das Recht, eine inklusive Bildung zu erhalten oder auch, dass der öffentliche Raum barrierefrei gestaltet wird. Was genau „inklusive Bildung“ bedeutet, schauen wir uns später noch genauer an.

Außerdem haben die Vertragsstaaten die Pflicht, von einer unabhängigen Instanz überprüfen zu lassen, ob die Vereinbarungen auch umgesetzt werden. Bei uns in Deutschland wird dies vom Institut für Menschenrechte in Berlin kontrolliert.

Im Bereich der Inklusion gibt es verschiedene Tätigkeitsfelder. © Shutterstock, wavebreakmedia
Kindergarten, Schule, Unternehmen: Wo arbeiten Inklusionsbeauftragte, Inklusionsfachkräfte und -helfer? © Shutterstock, wavebreakmedia

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Tätigkeiten im Bereich der Inklusion?

Im Bereich der Inklusion gibt es verschiedene Berufsbezeichnungen, die sich alle irgendwie ähnlich anhören. Wir sagen dir, wie sich Inklusionsbeauftragte, -fachkräfte und -helfer unterscheiden.

  1. Was sind Inklusionsbeauftragte?

    Inklusionsbeauftragte sind ein wichtiger Teil eines jeden Unternehmens, da sie schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertritt. Arbeitgeber sind in der Pflicht, einen Inklusionsbeauftragten zu bestellen, auch wenn es nur einen oder wenige schwerbehinderte Angestellte im Unternehmen gibt. Bei dem Beauftragten kann es sich dabei ebenfalls um einen Menschen mit einer schweren Behinderung handeln. Die wichtigste Aufgabe der Inklusionsbeauftragten besteht darin, Arbeitgeber darin zu unterstützen, dass die gesetzlichen Verpflichtungen eingehalten werden und dies dann auch zu kontrollieren.

  2. Worin besteht der Unterschied zur Inklusionsfachkraft?

    Bei der Fachkraft für Integration und Inklusion handelt es sich um eine Fortbildungsmöglichkeit für pädagogische Fachkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher. Bei der Weiterbildung lernen die Teilnehmer/innen beispielsweise etwas über die Ursachen, die für bestimmte Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich sein können. Außerdem erfahren die angehenden Fachkräfte für Integration und Inklusion, welche fördernden und unterstützenden Angebote es für die Kinder gibt. Bevor wir uns die Konzepte für einen inklusiven Kindergarten näher ansehen, geht es erst einmal noch um die sogenannten Inklusionshelfer.

  3. Was machen Inklusionshelfer?

    Inklusionshelferinnen und -helfer unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrem Schulalltag. Vielleicht hast du auch schon einmal etwas von Integrationshelfern, Schulassistenten, Schulbegleitern oder Einzelfallhilfen gehört. Dabei handelt es sich um Synonyme für die Inklusionshilfe. Wie die Bezeichnung auch lautet: Die Aufgaben bestehen unter anderen darin, Hilfe bei dem Gang zur Toilette, der Nahrungsaufnahme sowie der Fortbewegung zu leisten. Kurzum: Die Inklusionshilfe ist ein wichtiger Bestandteil, um den Schulalltag gut meistern zu können.

Wie profitieren die Kinder von einem inklusiven Konzept?

Wie wir bereits erwähnt haben, geht es bei der Inklusion darum, dass alle Kinder die gleichen Chancen sowie Unterstützung durch das oben genannte Fachpersonal erhalten. Darüber hinaus hat das Konzept aber noch viele weitere Vorteile, die für die Kinder viel besser greifbar sind als das abstrakte Wort “Chancengleichheit”. Sie lernen, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass wir alle verschiedenen sind, sondern eben ganz normal. Werte wie Individualität, Empathie, Fürsorge und Zusammenhalt werden den Kindern ebenfalls vermittelt. Kinder mit einer Behinderung erfahren außerdem ein Gefühl der Akzeptanz und Zugehörigkeit. Und wie genau werden die Inklusionskonzepte umgesetzt?

Zusammenhalt und Empathie: Dies sind nur zwei der Werte, die bei einem inklusiven Konzept vermittelt werden. © Shutterstock, Olesia Bilkei
Inklusive Konzepte können unterschiedlich sein, das Ziel der Eingliederung in die Gemeinschaft ist jedoch allen gemein. © Shutterstock, Olesia Bilkei

Welche Konzepte gibt es für die Inklusion in Kindergärten?

Neben der Inklusionsfachkraft, von der wir dir bereits berichtet haben, gibt es noch weitere Aspekte, die eine Kindertagesstätte inklusiv macht. Dabei gibt es jedoch noch kein festgelegtes Konzept, das für alle Kindergärten in unserem Land einheitlich gilt. Dementsprechend kann die Förderung eines behinderten Kindes beispielsweise auf dessen individuellen Entwicklung liegen oder aber einen interaktiven, spielerischen oder lernorientierten Ansatz verfolgen. Was jedoch bei allen Kindertagesstätten gleich sein sollte, ist das Ziel, die Gemeinschaft, die gleiche Behandlung aller Kinder sowie Anerkennung und Integrität im Sinne eines inklusiven Zusammenseins zu fördern.

Wie wird Inklusion in Schulen umgesetzt?

Einen wichtigen Teil des Inklusionskonzepts an Schulen haben wir bereits angesprochen: Die Assistenz von Inklusionshelferinnen und -helfern. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, dass Kinder mit einer Behinderung an einer Schule unterrichtet werden, die nicht als Förderschule deklariert wird. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern, Sonderpädagogen und Inklusionshelferinnen und -helfern ist dabei elementar. Zu einem inklusiven Konzept gehören außerdem folgende Aspekte:

  • das Erstellen individuelle Arbeitsblätter
  • ein angepasstes Lerntempo
  • das Arbeiten in Gruppen
  • die Bereitstellung spezieller Lernhilfen wie einer guten Akustik für Kinder, die eine Hörbehinderung haben

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Beitragsbild: © Shutterstock, Denis Kuvaev

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