Ein Plädoyer für mehr Müßiggang und Nichtstun Warum Du einfach mal nichts tun solltest!

Bereits Astrid Lindgren sagte: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“ und wir finden, damit hatte sie vollkommen recht. In diesem Blogartikel erfährst Du, warum auch Du Dich in der hohen Kunst des Nichtstuns üben solltest.

Wann hast Du das letzte Mal einen Tagtraum gehabt?

Bestimmt hast Du Dich auch schon mal dabei erwischt, wie Du kurze Pausen oder Wartezeiten mit dem Blick auf Dein Smartphone überbrückt hast oder Du lenkst Dich sogar ganz gezielt in solchen Zeiten mit dem Scrollen durch facebook, instagram oder andere Social-Media-Plattformen ab und das nur, damit keine Stille und bloß keine Langeweile in der „ungenutzten“ Zeit entsteht.

Was macht die ständige Ablenkung mit uns?

Vielleicht fragst Du Dich einmal selbst, was diese ständige Ablenkung mit Dir macht und prüfst es ganz genau für Dich. Macht es Dich wirklich ruhiger? Oder stresst es Dich eigentlich nur? Sorgt es dafür, dass Du Dich wirklich entspannst und Deine Gedanken verarbeiten kannst? Oder liegst Du häufig abends im Bett und Dein Kopf muss eigentlich noch viele vergangene Dinge verarbeiten?

Wir haben bereits bei uns beobachtet, dass wir viel zu selten Tagträumen. Tagträumen heißt, dass wir einfach mal den Blick in die Ferne schweifen lassen und mal so richtig abschalten. Dabei können die Gedanken einfach vorbeiziehen oder auch einfach mal gar nichts im Kopf stattfinden. Aber es können uns auch ganz plötzlich kreative Einfälle in den Kopf kommen oder aber Dinge aus der Vergangenheit oder der Gegenwart werden verarbeitet. Währenddessen sitzt Du einfach da. Genau so, wie Astrid Lindgren es auch gesagt hat und woraus sie Kraft und Energie geschöpft hat:

„Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen.“

Astrid Lindgren

Wir machen Dinge häufig nur noch zweckgebunden

Wenn wir nun aber von Entspannung oder Abschalten sprechen, dann müssen wir eines hierzu klarstellen: Wir wollen dabei weder etwas Besonderes erreichen noch sollte diese Entspannung in irgendeiner Form zweckgebunden sein. Daher benutzen wir auch lieber die Bezeichnung „Müßiggang“ oder etwa das „Nichtstun“. Dies soll gleich vermitteln, dass hiermit keine Entspannungsübungen, kein entspanntes Hörbuchhören und auch kein Joggen gemeint sind, hinter dem dann irgendein Zweck oder eine gezielte Maßnahme stehen. Nein, Müßiggang und Nichtstun sollen wirklich über gar keine Zweckgebundenheit verfügen und genau das kann wirklich erstmal ganz komisch und ungewohnt für uns sein.

Nimm Dir mal ein Beispiel an einem dösenden Hund…

Man könnte an dieser Stelle den Vergleich zu einem dösenden Hund ziehen, der in der Sonne liegt und einfach entspannt. Beziehen wir dieses Beispiel auf uns, wird uns schnell klar, dass wir dies nur noch selten können, da in der heutigen Zeit viele Dinge nur noch zweckgebunden passieren und ein gewisser Effizienzgedanken ja meist in allen von uns schlummert. Doch genau über das Dösen des Hundes solltest Du Dir mal Gedanken machen, wenn Du die Kunst des Nichtstuns in Dein Leben bringen möchtest.

Selbstoptimierung ade – Du kannst auch einfach mal so sein, wie Du bist

Noch weniger wünschenswert als die Zweckgebundenheit ist bei der Kunst des Nichtstuns der Selbstoptimierungsgedanke. Ein Gedanke, der aktuell total den Zeitgeist trifft. Wir sollten alle anfangen uns gesünder zu ernähren, wir sollten uns täglich mehr bewegen, wir sollten alle mit dem Meditieren anfangen. Doch sind wir mal ehrlich zu uns selbst, wie gut gelingen einem diese Selbstoptimierungsvorsätze? Und vor allen Dingen, was macht es mit uns, wenn wir auf social-media sehen, wie andere es schaffen, sich angeblich 365 Tage im Jahr gesund zu ernähren, stundenlang Sport zu treiben und dazu noch alle anderen Lebensbereiche unter einen Hut zu bringen?

Motivieren Motivationsposts überhaupt?

Wir haben für uns festgestellt, dass Selbstoptimierung nicht unbedingt motiviert – ganz im Gegenteil, häufig hat es eher eine demotivierende Wirkung, da wir uns ja gar nicht dauerhaft so sehr optimieren können. Die vorgelebten Ideale sind alle nicht unbedingt realistisch. Auch wenn diese Beiträge natürlich eine tolle Botschaft haben, haben wir uns bei diesem Plädoyer für mehr Müßiggang und Nichtstun ganz bewusst gegen einen Aufruf zur Selbstoptimierung entschieden. Wir möchten Dir viel mehr mitteilen, dass Du bereits gut und genug bist, wie Du bist. Du brauchst Dich nicht immer weiter optimieren und kannst auch mal vermeintlich ganz sinnlose Dinge tun. Die tun wir nämlich alle und das ist auch gut so.

Photo by Tegan Mierle on Unsplash

Dein einziger Maßstab solltest Du selbst sein

Sofern Du an dieser Stelle immer noch liest und nicht schon träumend aus dem Fenster schaust (auch das wäre gut), haben wir noch einen kleinen abschließenden Gedanken für Dich. Sobald Du Dich dabei einmal „erwischen“ solltest, dass Du Dich mal wieder mit Deinem Smartphone ablenkst oder Dich optimieren willst und nicht zur Ruhe kommst, dann versuch Dir immer wieder darüber bewusst zu werden, dass nicht andere der Maßstab für Dich sein sollten. Der Maßstab solltest nur Du selbst sein. Auch wenn Du einen Blogbeitrag von uns liest, bei dem wir Dir etwa 5 Tipps zum Meditieren geben oder andere Ratschläge geben, versuche vielleicht ein bisschen mehr zu meditieren als noch vor einer Woche oder vor einem Monat. Sei nicht frustriert, wenn es mal nicht klappt oder Du mal keinen Müßiggang und kein Nichtstun in Dein Leben bringen kannst. Es soll immer nur einen kleinen Gedankenanstoß liefern und wenn Du gestern nur 30 Sekunden verträumt aus dem Fenster geschaut hast, könnten es ja morgen mal 45 Sekunden sein. Du bist der einzige Maßstab, an dem Du Dich orientieren solltest und niemand anders.

Beitragsbild: Photo by Kien Do on Unsplash

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