Der Empfang ist unterbesetzt, das Telefon klingelt weiter und im Behandlungszimmer wird Unterstützung gebraucht. Fehlt eine Medizinische Fachangestellte, spürt es meist die ganze Praxis. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann sind Sie hier genau richtig.
Doch wie lassen sich heute noch qualifizierte MFA finden? Die kurze Antwort: Arztpraxen müssen mehr bieten als eine Stellenanzeige. Entscheidend sind ein klares Arbeitgeberangebot, die richtigen Recruiting-Kanäle und die Möglichkeit zur Bewerbung ohne unnötige Hürden.

1. Erst das Stellenangebot, dann die Stellenanzeige
Bevor Sie Ihre offene Stelle veröffentlichen, sollten Sie eine einfache Frage beantworten: Warum sollte eine MFA ausgerechnet in Ihre Praxis wechseln?
Besonders überzeugend sind ganz konkrete Angaben zu diesen Punkten:
- Arbeitszeiten und Dienstplanung
- Vergütung und Zusatzleistungen
- Vollzeit- und Teilzeitmöglichkeiten
- Aufgaben und Verantwortungsbereichen
- Fort- und Weiterbildungen
- Teamgröße, Führungsstil und Praxisorganisation
Allgemeine Aussagen wie „familiäres Team“ oder „attraktive Bezahlung“ reichen selten aus. Schreiben Sie lieber, was Bewerber tatsächlich erwartet: zum Beispiel feste freie Nachmittage, ein frühzeitig planbarer Dienstplan oder eine finanzierte Weiterbildung. Ihre Bewerber wollen Klarheit.

2. Vollzeit und Teilzeit klar benennen
„Teilzeit möglich“ klingt zunächst gut – lässt aber viele Fragen offen. Nennen Sie daher lieber möglichst konkret:
- den möglichen Stundenumfang
- die Verteilung der Arbeitszeit
- den frühesten und spätesten Arbeitsbeginn
- mögliche freie Vor- oder Nachmittage
- die Regelung bei Überstunden
Je klarer diese Informationen sind, desto leichter können MFAs direkt einschätzen, ob die Stelle zu ihrem Alltag passt. Das spart beiden Seiten unnötige Gespräche.
3. Eine MFA-Stellenanzeige muss schnell überzeugen
Viele Stellenanzeigen beginnen mit einer langen Vorstellung der Praxis. So haben Stelleanzeigen noch bis vor einigen Jahren funktioniert. Nun hat sich der Markt allerdings geändert und für Bewerber ist aber zuerst wichtig: Was habe ich von einem Wechsel?
Die wichtigsten Vorteile gehören deshalb an den Anfang. Danach folgen Aufgaben, Voraussetzungen und ein kurzer Einblick in das Team.
❌ Nicht so:
„Wir suchen ab sofort eine motivierte und belastbare MFA für unser dynamisches Team.“
✅ Besser:
„Sie wünschen sich planbare Arbeitszeiten, einen freien Mittwochnachmittag und klare Zuständigkeiten? Dann lernen Sie unsere Praxis unverbindlich kennen.“
Verzichten Sie außerdem auf lange Anforderungslisten. Unterscheiden Sie zwischen dem, was zwingend erforderlich ist, und dem, was sich im Arbeitsalltag lernen lässt.

4. Jobbörsen und Social Recruiting richtig einsetzen
Bewährte Methoden haben Ihre Schwächen: Eine Jobbörse erreicht vor allem MFAs, die bereits aktiv nach einer neuen Stelle suchen. Und Mitarbeiterempfehlungen sind sehr persönlich, aber in ihrer Reichweite begrenzt.
Ein gezieltes Social Media Recruiting hingegen erweitert die Suche um Fachkräfte, die nicht aktiv suchen, für ein passendes Angebot jedoch offen sind.
| Recruiting-Weg | Besonders sinnvoll, wenn … | Grenze |
|---|---|---|
| Jobbörse | bereits aktiv suchende MFA erreicht werden sollen | erreicht kaum wechseloffene Fachkräfte ohne aktive Jobsuche |
| Mitarbeiterempfehlung | das bestehende Team über ein gutes Netzwerk verfügt | Reichweite ist begrenzt und schwer planbar |
| Social Recruiting | regional zusätzliche Reichweite aufgebaut werden soll | benötigt passende Anzeigen, Budget und laufende Optimierung |
In vielen Fällen ist nicht ein einzelner Kanal die Lösung, sondern die passende Kombination. Eine spezialisierte Mitarbeitergewinnung für Arztpraxen kann besonders dann sinnvoll sein, wenn klassische Anzeigen wiederholt zu wenige passende Rückmeldungen liefern.
5. MFA finden: Anzeigenmotive aus dem Praxisalltag verwenden
Stockfotos mit lächelnden Menschen im weißen Kittel wirken schnell austauschbar. Erfolgreiche Anzeigen greifen dagegen Situationen auf, die MFA aus ihrem Berufsalltag kennen.
Ein Beispiel ist das Motiv eines leeren Praxisstuhls mit der Botschaft:
„Dieser Platz ist noch frei. Vielleicht für Sie?“
Darunter folgen drei konkrete Gründe für einen Wechsel – etwa planbare Arbeitszeiten, ein eingespieltes Team und ein klarer Aufgabenbereich. Solche Motive sind einfach zu verstehen, fallen im Social-Media-Feed auf und führen direkt zum Stellenangebot.
Wichtig: Die Anzeige sollte zur echten Arbeitssituation passen. Hochglanzwerbung weckt vielleicht Aufmerksamkeit, falsche Erwartungen führen aber spätestens im Vorstellungsgespräch zum Absprung.
6. Die Bewerbung so einfach wie möglich machen
Eine interessierte MFA sollte sich auch unterwegs in wenigen Minuten melden können. Für den ersten Kontakt reichen häufig wenige Angaben:
- abgeschlossene Ausbildung oder relevante Qualifikation
- bisherige Berufserfahrung
- gewünschter Stundenumfang
- möglicher Eintrittstermin
- Entfernung zur Praxis
Anschreiben und vollständiger Lebenslauf können später folgen. Ein mobiloptimierter Bewerberfunnel senkt die Einstiegshürde und filtert über wenige gezielte Fragen trotzdem wichtige Voraussetzungen vor.
Danach zählt Geschwindigkeit: Melden Sie sich möglichst am selben oder spätestens am nächsten Werktag persönlich. Eine kurze Rückmeldung zeigt Wertschätzung und verhindert, dass gute Bewerber längst mit einer anderen Praxis sprechen.

Was kostet Social Media Recruiting für MFAs?
Die Kosten für ein gezieltes Social Media Recruiting bestehen üblicherweise aus dem Agenturhonorar und dem Werbebudget. Bei mega3 liegt das Agenturhonorar – abhängig von der Laufzeit – aktuell zwischen 900 und 1.200 Euro pro Monat. Für ausgebildete Fachkräfte wie MFA empfehlen wir als Orientierung ein Werbebudget ab 1.500 Euro monatlich.
Der tatsächliche Bedarf hängt von Region, Wettbewerb, Stellenprofil und Arbeitgeberangebot ab. Eine hohe Zahl an Kontakten allein sagt zudem wenig aus. Entscheidend ist, wie viele Bewerber die notwendigen Voraussetzungen erfüllen, erreichbar sind und ernsthaft an einem Gespräch interessiert sind. Alle Details finden Sie in unserer Übersicht zu den Social-Recruiting-Kosten.
Fazit: MFA finden beginnt mit einem guten Grund zu wechseln
Wer qualifizierte MFA gewinnen möchte, braucht keine endlos lange Stellenanzeige. Viel wichtiger sind konkrete Arbeitsbedingungen, eine verständliche Botschaft, zusätzliche Reichweite und ein schneller Bewerbungsprozess.
Prüfen Sie deshalb zuerst Ihr Angebot: Was ist bei Ihnen wirklich besser, klarer oder verlässlicher als anderswo? Wird dieser Vorteil sichtbar kommuniziert, steigen auch die Chancen auf passende Bewerbungen.
Sie suchen eine MFA für Ihre Praxis? Wir prüfen unverbindlich, wie groß das erreichbare Potenzial in Ihrer Region ist und welcher Recruiting-Weg zu Ihrer offenen Stelle passt.



